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Es liegen noch einige Exemplare der schriftlichen Chronik zum 75-jährigen Jubiläum vor. Bei Bedarf bitte Kontakt über die angegebenen Adressen [6]aufnehmen.
Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Neuenkruge-Borbeck beginnt mit der Anordnung der Gemeindeverwaltung Wiefelstede [7], in Neuenkruge eine Pflichtfeuerwehr aufzustellen. Das war im Jahre 1920. Als Ausrüstung erhielt diese neu zu gründende Feuerwehr eine alte Handdruckspritze, die bis dahin in Wiefelstede [8] gestanden hatte. Sie wurde untergebracht in einem kleinen Spritzenhaus, welches in der "Speetz" errichtet wurde.
Als Feuerwehrleute wurden alle Bauern und Handwerker verpflichtet, die in der Nähe des Spritzenhauses wohnten. Zum Wehrführer, damals Feuerwehrhauptmann genannt, wurde der Schmiedemeister Karl Twisterling bestimmt. Er hatte auch für die Wartung des Löschfahrzeuges zu sorgen. Oberpumper wurde der Malermeister Joh. Lüdken und Strahlrohrführer der Gastwirt H. Bremer.
Die Alarmierung der Wehr erfolgte durch sog. Brandhörner, was besonders zur Nachtzeit oder bei starkem Wind recht problematisch war. An Telefonen gab es in Neuenkruge nur eines in der Gastwirtschaft Bremer, heute Bremers Bauerndiele. Dann verstrich natürlich auch viel Zeit, bis eine Bespannung - 2 Pferde - zur Stelle waren. Erschwerend kam hinzu, dass alle Wege unbefestigte Sandwege waren, mit Ausnahme der Mansholter Straße und der Straße nach Borbeck, heute Bremerstraße. Der Löschbezirk war sehr ausgedehnt. Er reichte von Bokel (letztes Haus war Hankens Bauernhof) bis Düvelshoop, zwei Häuser hinter der Bahnlinie Oldenburg-Bad Zwischenahn. In Richtung Oldenburg reichte der Löschbezirk bis an die Grenze der damaligen Gemeinde [9] Ofen, also bis Metjendorf [10]. (Metjendorf [11] und Ofenerfeld kamen erst nach dem Ausbau des Flugplatzes zur Gemeinde [12] Wiefelstede [13]).
An Wasserstellen standen in der Regel nur die bei jedem Haus befindlichen offenen Hausbrunnen zur Verfügung. Wenn ein Wasserführender Graben in der Nähe war, konnte man das als Glücksfall bezeichnen. Er musste aber auch schon sehr Nahe an der Brandstelle sein, denn eine längere Saugleitung konnte man an die Handdruckspritze nicht legen. Für die Feuerwehrleute fehlte jegliche Schutzkleidung. Uniformen gab es noch nicht.
Die Bedienung der Pumpe war recht schwer. Zwar standen an jeder Seite 3 bzw. 4 Wehrmänner, aber man ermüdete doch recht schnell von dem ständigen Auf und Ab.
Am 5. Dezember 1932 wurde in H. Bremers Gasthaus (damals H. Kuck) unter Beisein von Herrn Daßler von der Landesbrandkasse die Freiwillige Feuerwehr Neuenkruge-Borbeck gegründet. 12 Männer aus Neuenkruge und 12 Männer aus Borbeck traten dieser Wehr bei.
Die alte Handdruckspritze wurde an Westerholtsfelde abgegeben und für die Wehr Neuenkruge-Borbeck eine 500-L-Motorspritze angeschafft. Aus einem alten Hansa-Lloyd Wagen wurde durch einheimische Handwerker ein Löschfahrzeug für Spritze und Mannschaft hergestellt. Die Ausbildung wurde intensiviert. Dafür wurden die Sonntagvormittage genutzt. Um auch bei evtl. Unfällen, Verletzungen, etc. erste Hilfe leisten zu können, wurden die Feuerwehrleute Gerhard Ficken aus Neuenkruge und Gerhard Schröder aus Borbeck in einem Sänitätskurs ausgebildet und mit dem nötigsten Material versehen.
Im Jahre 1938 gab Georg Tabke seine Posten als Wehrführer an Georg Wetjen (Urgroßvater des heutigen Kameraden Jan Lübben) in Neuenkruge ab. Tabke ging in den Berufsschuldienst und konnte wegen häufiger Ortsabweseneheit seinen Verpflichtungen nicht mehr voll nachkommen. Georg Wetjen blieb bis zu seinem Tode (24. November 1956) Ortsbrandmeister. Er hat sich in dieser Zeit mit ganzer Hingabe den Aufgaben der Wehr gewidmet und ist dadurch für seine Feuerwehrkameraden unvergesslich geworden. Heinrich Reins wurde danach Führer der Wehr und damit Ortsbrandmeister.
Mit Beginn des 2. Weltkrieges im Jahre 1939 wurden die Feuerwehren der Polizei und dem Luftschutz unterstellt. Viele Feuerwehrmänner wurden zur Wehrmacht eingezogen und man stellte versuchsweise eine weibliche Feuerwehr auf. Dieser weiblichen Feuerwehr gehörten an: Irma Jeske, geb. Eilers, Annemarie Eilers geb. Küpker, Gretchen Helmsen geb. Tabke, Frieda Lueken geb. Oltmer und Alma Rode. Zum Einsatz kamen diese jedoch nicht.
Im Jahr 1943 erhielt die Wehr einen geschlossenen Mannschaftswagen. Er wurde zusammen mit dem Anhänger im Stallgebäude von Heinrich Bremer untergebracht. 1944 erhielt die Wehr eine 800 L-Spritze. Das Schlauchmaterial wurde verdoppelt. Die Wehr bekam den Auftrag, bei Luftangriffen auf Bremen die dortigen Feuerwehren bei der Bandbekämpfung zu unterstützen. Dieses war für die Wehr ein schwerer Auftag, da nur der Feuerwehrkamerad Gerd Schröder aus Borbeck einen Führerschein der Klasse II besaß. Schröder fuhr die Einsätze zweimal mit den Feuerwehrleuten Gerhard Ficken, Georg Reins, Hermann Schweers aus Neuenkruge und Johann Hots und Johann Warncken aus Borbeck. Wer die damalige Zeit miterlebt hat, wird zu ermessen wissen, was diese Feuerwehrkameraden unter Einsatz ihres eigenen Lebens geleistet haben.
Im Jahre 1953 wurde ein neues Spritzenhaus bei Heinrich Bremer in Neuenkruge gebaut. Der Bauplatz wurde für 30 Jahre von H. Bremer an die Gemeinde [22] Wiefelstede [23] abgetreten. Am 4. April 1954 konnte die Einweihung des Spritzenhauses vorgenommern werden. Im November 1954 erhielt die Wehr eine neue Metz-800L-Spritze mit VW-Motor. Wegen Erreichung der Altersgrenze musste Heinrich Reins im Jahre 1969 sein Amt als Ortsbrandmeister zur Verfügung stellen. Zu seinem Nachfolger wählte man am 3. November 1969 Rudolf Hupperts, Neuenkruge.
Im Jahre 1974 wurde der Wehr ein neues LF 8 - ein Löschfahrzeug mit einer eingebauten 800-L-Pumpe und Sitzplätzen für eine Löschgruppe - übergeben. Bürgermeister Klarmann übergab das neue Löschfahrzeug der Verantwortung des Ortsbrandmeisters Rudolf Hupperts. Kreisbrandmeister Willi Schmidt bat die Männer der Wehr, das rund 55.000 DM teure Fahrzeug, gut zu pflegen. Die ländlichen Wehren würden auch in Zukunft ihre Existenzberechtigung haben, betonte der Kreisbrandmeister.
Am 25. Oktober 1979 löste Gerd Bremer als Ortsbrandmeister seinen Vorgänger R. Huppertz ab. Huppertz hat sich während seiner Amtszeit als Ortsbrandmeister sehr für die Belange der Wehr eingesetzt. Während seiner Amtszeit wurde auch die Jugendfeuerwehr gegründet, woran er sehr interessiert war. - 18. Oktober 1980: Der Grundstein für das Mehrzweckgebäude [24] in Neuenkruge wird gelegt. - 28. August 1981: Einweihung des Mehrzweckgebäudes in Neuenkruge. Das neue Mehrzweckgebäude [25] ist auf dem Grundstück errichtet worden, auf dem bisher das alte Feuerwehrgerätehaus stand. Eine der Hauptakzente beim Bau des neuen Hauses war auch der, die Möglichkeiten zur Unterbringung der Freiwilligen Feuerwehr Neuenkruge-Borbeck zu schaffen, deren alte Räume nicht mehr ausreichten. Die Wehr hat im Neubau eine geräumige Halle für zwei Großfahrzeuge erhalten und kann für Unterrichtszwecke den Mehrzweckraum nutzen, der auch allen übrigen Vereinen der Bauernschaften Neuenkruge und Borbeck zur Verfügung steht. Eine 12 x 18 Meter große Sporthalle ist vor allen Dingen für den Neuenkuger Turnerbund von besonderer Bedeutung. Hier können die verschiedenen Abteilungen ihren Übungsbetrieb abhalten. Durch den Verkauf der Borbecker Schule wurde die finanzielle Grundlage für die Errichtung des Neubaus durch die Gemeinde [26] Wiefelstede [27] geschaffen. Es konnten 60.000 DM an Lohnkosten eingespart werden, weil die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Neuenkruge-Borbeck und der anderen örtlichen Vereine hohe Eigenleistungen erbrachten.
Im Jahr 1994 löste Gerriet Meyer Gerd Bremer an der Spitze der Neuenkruger Feuerwehr ab und wurde neuer Ortsbrandmeister. 1998 konnte das alte LF 8 an unsere Partnerwehr nach Dreetz überstellt werden und das TLF 8 wurde aus Altersgründen ausgemustert. Gleichzeitig konnten wir [28] im April ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 [29] von Iveco-Magirus in Dienst stellen. Da dieses nun aber zu klein ist, wird das Fahrzeug in ein LF 20/16 [30] umgewechselt.