II. Freiwillige Feuerwehr
Am 5. Dezember 1932 wurde in H. Bremers Gasthaus (damals H. Kuck) unter Beisein von Herrn Daßler von der Landesbrandkasse die Freiwillige Feuerwehr Neuenkruge-Borbeck gegründet. 12 Männer aus Neuenkruge und 12 Männer aus Borbeck traten dieser Wehr bei.
Die alte Handdruckspritze wurde an Westerholtsfelde abgegeben und für die Wehr Neuenkruge-Borbeck eine 500-L-Motorspritze angeschafft. Aus einem alten Hansa-Lloyd Wagen wurde durch einheimische Handwerker ein Löschfahrzeug für Spritze und Mannschaft hergestellt. Die Ausbildung wurde intensiviert. Dafür wurden die Sonntagvormittage genutzt. Um auch bei evtl. Unfällen, Verletzungen, etc. erste Hilfe leisten zu können, wurden die Feuerwehrleute Gerhard Ficken aus Neuenkruge und Gerhard Schröder aus Borbeck in einem Sänitätskurs ausgebildet und mit dem nötigsten Material versehen.
Im Jahre 1938 gab Georg Tabke seine Posten als Wehrführer an Georg Wetjen (Urgroßvater des heutigen Kameraden Jan Lübben) in Neuenkruge ab. Tabke ging in den Berufsschuldienst und konnte wegen häufiger Ortsabweseneheit seinen Verpflichtungen nicht mehr voll nachkommen. Georg Wetjen blieb bis zu seinem Tode (24. November 1956) Ortsbrandmeister. Er hat sich in dieser Zeit mit ganzer Hingabe den Aufgaben der Wehr gewidmet und ist dadurch für seine Feuerwehrkameraden unvergesslich geworden. Heinrich Reins wurde danach Führer der Wehr und damit Ortsbrandmeister.
Mit Beginn des 2. Weltkrieges im Jahre 1939 wurden die Feuerwehren der Polizei und dem Luftschutz unterstellt. Viele Feuerwehrmänner wurden zur Wehrmacht eingezogen und man stellte versuchsweise eine weibliche Feuerwehr auf. Dieser weiblichen Feuerwehr gehörten an: Irma Jeske, geb. Eilers, Annemarie Eilers geb. Küpker, Gretchen Helmsen geb. Tabke, Frieda Lueken geb. Oltmer und Alma Rode. Zum Einsatz kamen diese jedoch nicht.
Im Jahr 1943 erhielt die Wehr einen geschlossenen Mannschaftswagen. Er wurde zusammen mit dem Anhänger im Stallgebäude von Heinrich Bremer untergebracht. 1944 erhielt die Wehr eine 800 L-Spritze. Das Schlauchmaterial wurde verdoppelt. Die Wehr bekam den Auftrag, bei Luftangriffen auf Bremen die dortigen Feuerwehren bei der Bandbekämpfung zu unterstützen. Dieses war für die Wehr ein schwerer Auftag, da nur der Feuerwehrkamerad Gerd Schröder aus Borbeck einen Führerschein der Klasse II besaß. Schröder fuhr die Einsätze zweimal mit den Feuerwehrleuten Gerhard Ficken, Georg Reins, Hermann Schweers aus Neuenkruge und Johann Hots und Johann Warncken aus Borbeck. Wer die damalige Zeit miterlebt hat, wird zu ermessen wissen, was diese Feuerwehrkameraden unter Einsatz ihres eigenen Lebens geleistet haben.


